(Berlin, 30. Juli 2026) Der Deutsche Bahn Konzern (DB-Konzern) hat sich im ersten Halbjahr 2026 wirtschaftlich stabilisiert: Erstmals seit 2019 ist das Ergebnis nach Steuern (fortgeführte Geschäftsbereiche) wieder positiv. Dank eines Ergebnissprungs von über 900 Millionen Euro schreibt der DB-Konzern (fortgeführte Geschäftsbereiche) mit plus 147 Millionen Euro unterm Strich wieder schwarze Zahlen. Im ersten Halbjahr 2025 war das Ergebnis nach Steuern (fortgeführte Geschäftsbereiche) mit minus 760 Millionen Euro noch stark negativ. Der bereinigte Umsatz ist leicht um 1,8 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro gestiegen, im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Das operative Ergebnis (EBIT, bereinigt) hat sich erheblich um mehr als 650 Millionen Euro auf 415 Millionen Euro verbessert. Der DB-Konzern erwartet auch für das Gesamtjahr 2026 ein positives Jahresergebnis (fortgeführte Geschäftsbereiche), trotz Risiken besonders bei DB Cargo etwa durch die konjunkturelle Entwicklung.
Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG: „Wir sind im ersten Halbjahr 2026 gut vorangekommen und haben eine wichtige Wegmarke erreicht. Zum ersten Mal seit sieben Jahren schreibt unser Eisenbahngeschäft unterm Strich wieder schwarze Zahlen: ein Erfolg. Auch wenn bei der Sanierung der Schiene nichts schnell geht, liefern wir jetzt Schritt für Schritt, was wir versprochen haben. Ich freue mich sehr über diesen wichtigen Meilenstein, aber ich bin erst zufrieden, wenn auch die Qualität im täglichen Eisenbahnverkehr überzeugt!“
Hauptgrund für die Fortschritte beim Ergebnis ist eine bessere operative Entwicklung der Geschäftsfelder. Darin enthalten sind auch erste Kostensenkungen sowie Personalabbau in der Konzernleitung und bei den internen Dienstleistern.
Mit der neuen Strategie DB 2035 hat der Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsrat im Juni 2026 die Marschrichtung hin zu einer leistungsfähigen Bahn festgezurrt. Die Prioritäten: Verlässlichkeit. Qualität. Wirtschaftliche Tragfähigkeit. Grundlage ist ein umfassender Umbau des DB-Konzerns. Der DB-Konzern wird dadurch deutlich schlanker, dezentraler und unternehmerischer aufgestellt. Auch die Konzernleitung macht dabei Tempo: Der Personalabbau verläuft schneller als geplant. Die Ziele für 2028 sind bereits jetzt zu rund 30 Prozent erfüllt.
Im Fokus stand in der ersten Jahreshälfte 2026 auch die Sanierung des Schienennetzes. Evelyn Palla: „Noch nie haben Bund und Bahn in einem Halbjahr so viel Geld in die Schieneninfrastruktur investiert. Wenn wir auf diesem Niveau weiterbauen, legen wir das Fundament für eine nachhaltig stabile Bahn. Ich meine eine Bahn, die schafft, wofür sie da ist: ihre Fahrgäste und die Transportgüter der Wirtschaft verlässlich ans Ziel bringen.“
Alle Geschäftsfelder des DB-Konzerns haben ihr operatives Ergebnis im ersten Halbjahr 2026 stabil positiv gehalten oder verbessert. Gleichzeitig sind die Investitionen des DB-Konzerns im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2025 erneut kräftig gestiegen: Die Brutto-Investitionen legten um 18 Prozent zu auf 8,7 Milliarden Euro – der höchste Halbjahreswert in der Geschichte des DB-Konzerns. Die eigenfinanzierten Netto-Investitionen kletterten infolge einer Umstellung in der Bundesfinanzierung von Eigenkapitalmaßnahmen auf Investitionszuschüsse um 89 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Besonders erfreulich: das meiste Geld gaben Bund und DB-Konzern für die Sanierung des jahrzehntelang vernachlässigten Schienennetzes aus.
Durch die hohen Investitionen im ersten Halbjahr 2026 sind die Netto-Finanzschulden des DB-Konzerns wie erwartet per 30. Juni 2026 gestiegen: im Vergleich zum Jahresbeginn um rund eine Milliarde Euro auf 21,6 Milliarden Euro.
Damit die Kundinnen und Kunden schnell Verbesserungen spüren, setzt der DB-Konzerns drei Sofortprogramme im Umfang von rund 150 Millionen Euro um: für mehr Sauberkeit und Sicherheit an Bahnhöfen, mehr Komfort im Fernverkehr und bessere Kundenkommunikation. So sind im ersten Halbjahr 2026 44 mobile Handwerkerteams zu Blitz-Reparaturen an Bahnhöfen ausgezogen. Zusätzliche Sicherheitskräfte sind über 100.000 Stunden Streife auf Bahnsteigen gegangen. In den Fernverkehrszügen haben täglich 220 mobile Reinigungskräfte zusätzlich unterwegs Tische, Sitzbereiche und mehr als eine Million Toiletten gesäubert.
Über 960 Millionen Reisende fuhren im ersten Halbjahr 2026 mit den Zügen des DB-Konzerns – rund 17 Millionen oder 1,8 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Alle Transportbereiche des DB-Konzerns haben sich in den ersten sechs Monaten 2026 wirtschaftlich verbessert:
DB Fernverkehr hat seinen Sanierungskurs fortgesetzt. Beim operativen Ergebnis schrieb DB Fernverkehr mit plus 148 Millionen Euro wieder schwarze Zahlen und liegt damit deutlich über dem ersten Halbjahr 2025 (erstes Halbjahr 2025: - 59 Millionen Euro). Vor allem infolge der vielen Baustellen blieb die Verkehrsleistung hinter den ersten sechs Monaten des Vorjahres zurück. Trotz des Zustands der Infrastruktur stiegen die Umsätze und das operative Ergebnis besonders im zweiten Quartal spürbar an.
Seit April 2026 haben die Ticketverkäufe bei DB Fernverkehr zugelegt. Mit besonderen Angebotspreisen für Familien, Junge und Kurzentschlossene kurbelt das Management seit Mai die Nachfrage zusätzlich an. Das wirkt. Bereits 600.000 Reisende haben das Last-Minute-Angebot genutzt. Mehr als 200.000 Reisende sind mit dem Familienticket unterwegs. Die kostenlose Jugend-BahnCard wurde über 50.000 Mal bestellt.
DB Regio hat sich mit einem positiven operativen Ergebnis von 89 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2026 weiter stabil entwickelt. Vor allem auf Pendlerstrecken stieg die Nachfrage, weil Berufstätige wegen der hohen Spritpreise vom Auto zum Zug wechselten. Die Umsätze wuchsen im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres um insgesamt 4,0 Prozent. Baustellen bremsten im Zugverkehr einen weiteren Anstieg der Umsätze.
DB Cargo verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 erneut Rückgänge bei Transportleistung und Umsatz. Dazu trug die anhaltend schwache Nachfrage der Stahl-, Chemie- und Automobilindustrie bei. Das operative Ergebnis verbesserte sich im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres um 95 Millionen Euro. Mit einem Minus von 1 Million Euro ist die schwarze Null zum Greifen nahe. DB Cargo setzt Schritt für Schritt den harten Sanierungsplan um, auch um Vorgaben der EU-Kommission zu erfüllen.
Die gemeinwohlorientierte Infrastrukturgesellschaft DB InfraGO hat das erste Halbjahr 2026 mit einem operativen Ergebnis von minus 66 Millionen Euro abgeschlossen. Die Betriebsleistung auf dem Schienennetz sank infolge von Baustellen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 um 1 Prozent.
DB InfraGO hat die erste Hälfte des Super-Baujahres 2026 unter Hochdruck bewältigt. Wie angekündigt ist die Korridorsanierung auf der Strecke Hamburg – Berlin abgeschlossen. Noch im Juli sind insgesamt drei weitere Strecken wieder frei: Hagen – Wuppertal – Köln, Hamburg – Hannover und etwas verspätet Nürnberg – Regensburg. Die nächsten Korridorsanierungen haben wie geplant begonnen, zum Beispiel auf der rechten Rheinseite zwischen Troisdorf und Wiesbaden. Von den 28.000 geplanten Baustellen in 2026 sind zum Halbjahr rund 14.000 fertig.
87,5 Prozent aller Personenverkehrszüge des DB-Konzerns kamen im ersten Halbjahr 2026 weniger als 6 Minuten zu spät. Bei DB Fernverkehr waren es 59 Prozent. In 76 Prozent der Fälle kamen Fernverkehrszüge mit weniger als 15 Minuten Verspätung am Bahnhof an. Bei DB Regio lag die Pünktlichkeit bei 88,2 Prozent. Die Rekordzahl an Baustellen, der Wintereinbruch im Januar und Februar sowie die Hitzewelle im Juni drückten die Pünktlichkeit. In den nächsten Jahren bleibt die Zahl der Baustellen hoch.
Die positive wirtschaftliche Entwicklung des DB-Konzerns soll sich laut Prognose in den nächsten Monaten festigen. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet des DB-Konzern wie schon im März 2026 angekündigt mit einem Konzernumsatz von etwa 28 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis soll auf ungefähr 600 Millionen Euro steigen.
Herausforderungen bestehen vor allem bei DB Cargo. Der Sanierungsdruck ist weiter hoch, insbesondere bei anhaltend schwacher Konjunktur und instabiler infrastruktureller Lage. Der Erfolg der Sanierung hängt auch von einer auskömmlichen Finanzierung des Einzelwagenverkehrs ab.