Investor Relations

»Neustart« DB

Zentrales Leitmotiv des »Neustarts« ist die Stärkung der unternehmerischen Ausrichtung auf allen Ebenen des DB-Kon­zerns. Hierzu werden die Geschäftsfelder in ihrer Verantwortung gestärkt und Entscheidungsbefugnisse gezielt dezentralisiert. Die operative Steuerung erfolgt primär in der Linie anhand klar definierter Ziele. Auch die Überführung der Inhalte des Sanierungsprogramms S3 in die dezentrale Steuerung und direkte Verantwortung vor Ort folgt diesem Prinzip. Teil des »Neustarts« ist zudem eine neue Konzernstruktur, die im Dezember 2025 in den zuständigen Gremien beschlossen wurde.

  • Verkleinerung des Vorstands: Der Vorstand besteht seit dem 1. Januar 2026 nur noch aus sechs Vorstandsressorts. Die zwei Vorstandsressorts Digitalisierung & Technik und Infrastruktur wurden aufgelöst.
  • Verschlankung der Aufbauorganisation: Auf den Ebenen unterhalb des Vorstands fallen viele Funktionen und Abteilungen weg. So wurde eine komplette Zwischenebene zwischen Vorstand und erster Führungsebene gestrichen. Zudem wurde die erste Führungsebene zum 1. Januar 2026 von bisher 43 auf 22 Organisationseinheiten deutlich reduziert.
  • Reduzierung des Overheads: Der Personalabbau in der Konzernleitung soll fortgesetzt werden. Konkrete Zielgrößen werden im ersten Halbjahr 2026 erarbeitet.
  • Straffung von Strukturen in den Geschäftsfeldern: DB Fernverkehr und DB Regio verschlanken ebenfalls ihre Entscheidungsstrukturen. Die eigenständigen Marke­tingressorts in den jeweiligen Vorständen wurden zum 1. Januar 2026 (DB Regio) bzw. 1. Februar 2026 (DB Fernverkehr) aufgelöst und die entsprechenden Tätigkeiten auf die anderen Ressorts verteilt.
  • Neuer DB InfraGO-Vorstand: Um der Aufgabe der Moder­nisierung der Schieneninfrastruktur besser gerecht werden zu können, wurde auch bei der gemeinwohlorien­tierten DB InfraGO AG zum 1. Januar 2026 die Zahl der Vorstände von acht auf sechs reduziert. Künftig liegen Fah­ren und Bauen wieder in einem einzigen Vorstandsressort – auch regional gibt es seit dem 1. Januar 2026 wieder Verantwortliche, die Sperrpausen und Betrieb optimal im Sinne aller Verkehrsunternehmen auf der Schiene aufeinander abstimmen.
  • Qualitätssteuerung als CEO-Verantwortung: Direkt im Ressort der Vorstandsvorsitzenden wurde zum 1. Januar 2026 eine Funktion zur »Steuerung der Qualität« eingerich­tet. Um den »Neustart« des DB-Konzerns hin zu mehr Un­ternehmertum vor Ort zu erreichen, will der DB-Konzern ein neues Steuerungssystem für Qualität und Wirtschaftlichkeit auf allen Ebenen etablieren. Statt nach einem umfangreichen übergeordneten Programm mit breitem Kennzahlenset zu steuern, soll die Verantwortung für die Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsziele direkt in der Liniensteuerung der Geschäftsfelder verankert werden.
  • Neuausrichtung der internen Dienstleister: Die internen Dienstleister will der DB-Konzern zukünftig konsequenter an den Bedürfnissen der Geschäftsfelder ausrichten. Hierzu werden im ersten Halbjahr 2026 entsprechende Zielkonzepte erarbeitet.

Kurz: Der DB-Konzern soll wieder pünktlicher, verlässlicher und profitabler werden.

Bis Ende 2027 wollen wir den DB-Konzern in drei Handlungsfeldern sanieren:

  • Säule Infrastruktur: Im Fokus steht die schnelle Bestandssanierung. Dies umfasst die Generalsanierung aller kommunizierten Korridore bis 2027 sowie weitere umfangreiche Maßnahmen wie das Ersetzen störanfälliger Anlagen in der gesamten Infrastruktur, den Austausch von alten, störanfälligen Stellwerken oder die Modernisierung von Bahnhöfen.
  • Säule Betrieb: Im Betrieb hat die Stabilisierung des Fahrplans höchste Priorität. Dazu wird das gesamte Bau- und Instandhaltungssystem in ein sog. vertaktetes System überführt, wodurch die Baubetroffenheit der Züge re­duziert werden soll. Ein Schwerpunkt liegt auch auf ­der punktuellen Entlastung der fünf wichtigsten Knoten (Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, München). Zusätzlich sollen die Verfügbarkeit und die Qualität der Fahrzeuge verbessert werden.
  • Säule Wirtschaftlichkeit: Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage soll eine Reihe von Maßnahmen dazu beitragen, den DB-Konzern wieder effizienter aufzustellen. Die Personalaufwandsquote soll gesenkt werden. Prioritär wird dafür der Personalbedarf in den Bereichen Verwaltung, Vertrieb und indirekt operativen Funktionen reduziert. Ziel ist eine Reduzierung des Personalbestands um über 10.000 Mitarbeitende bis 2027.Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht vorgesehen, die Regelungen zur Beschäftigungssicherung gelten weiter. Wir wollen dabei sicherstellen, dass das notwendige Personal für das operative Eisenbahngeschäft zur Verfügung steht. Deshalb haben wir das Ziel, in vielen Betriebsfunktionen unverändert einzustellen. Als weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit wollen wir die Investitionshochläufe insbesondere in den Transportbereichen gegenüber den bisherigen Planungen reduzieren und die Ertragskraft deutlich erhöhen.

Mit dem Bund hat der DB-Konzern eine regelmäßige Berichterstattung zum Sanierungsfortschritt verabredet. Wir werden künftig regelmäßig ein Kennzahlen-Set an den Aufsichtsrat und das BMDV übermitteln, um den Fortschritt – oder die Bereiche, in denen es Gegensteuerungsbedarf gibt – zu doku­mentieren.

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